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20 Prozent der Eltern belohnen ihre Kinder mit Geld für gute Mathenoten
Motivationstipps für erfolgreiches Mathelernen von Professor Martin Stein
Hamburg, 22. April 2010. Die Mehrheit der Eltern versucht, ihr Kind für Rechnen und Mathematik zu begeistern. 61 Prozent der Personen mit schulpflichtigem Kind geben an, ihrem Nachwuchs aktiv Spaß an Mathe zu vermitteln. Dabei sind die Mütter (65 Prozent) deutlich engagierter als die Väter (56 Prozent). Um Kindern Freude an Algebra, Geometrie, Mengenlehre & Co. zu machen, nutzen die Eltern höchst unterschiedliche Möglichkeiten. Sie reichen vom Erklären und Üben in Alltagssituationen, über Belohnungen für gute Noten bis hin zu Gesprächen über die Bedeutung des Fachs. Das ergab die repräsentative Studie „Rechnen in Deutschland“, die im Auftrag der Stiftung Rechnen (www.stiftungrechnen.de) und des Online-Lernsystems bettermarks von forsa durchgeführt wurde. „Allerdings sind nicht alle Versuche der Eltern in gleichem Maße motivierend“, so Professor Martin Stein vom Institut für Didaktik der Mathematik und der Informatik an der Universität Münster, Kurator der Stiftung Rechnen. „Manches elterliche Engagement hat nur wenig Aussicht auf Erfolg.“
Erfolgreiche Strategien zur Mathemotivation und was Eltern besser vermeiden sollten
„Erziehung hat viel mit ‚Zeigen‘ zu tun. Eltern, die ihre Begeisterung für Mathematik vorleben, motivieren ihre Kinder. Dafür bieten sich Spiele an, die Rechenfähigkeit und mathematisches Verständnis fördern. Zudem gibt es viele Möglichkeiten, seinem Nachwuchs mathematische Zusammenhänge im Alltag zu veranschaulichen. Eltern können ihre Kinder beispielsweise in die private Haushaltsführung einbeziehen und sie so an den verantwortungsvollen Umgang mit Geld heranführen. Oder sie zeigen ihrem Nachwuchs, in welchen beruflichen Situationen Rechnen und Mathematik eine Rolle spielen. Bloße Appelle, also dem Kind einfach nur zu sagen, wie wichtig Mathematik für das Leben ist, nutzen dagegen wenig. Auch Geldzuwendungen oder andere Belohnungen für gute Mathe-Noten sind meist nur kurzfristig erfolgreich. Durch einen rein materiellen Ansporn lässt sich Begeisterung für das Fach auf Dauer nicht wecken. Dafür müssen Eltern selbst aktiv werden.“ Anregungen zu interessanten Rechenspielen, die Eltern mit ihrem Nachwuchs spielen können, gibt es auf www.stiftungrechnen.de/zahlenwelt/rechenspiele.
Ranking: Diese Möglichkeiten nutzen Eltern, um ihren Kindern Freude an der
Mathematik zu vermitteln
1. Ich versuche meinem Kind mathematische Zusammenhänge anhand von Alltagssituationen zu
erklären (80 Prozent)
2. Ich sage meinem Kind, dass rechnen können wichtig ist (68 Prozent)
3. Ich mache mit meinem Kind Kopfrechenübungen im Alltag (67 Prozent)
4. Ich versuche meinem Kind zu vermitteln, wie viel Spaß ich selbst am Rechnen habe (49 Prozent)
5. Ich spiele mit meinem Kind Rechen- / Mathematikspiele (41 Prozent)
6. Ich übe mit meinem Kind viel für den Mathematikunterricht, damit es gute Noten bekommt
(31 Prozent)
7. Mein Kind bekommt von mir Geld für eine gute Note in Mathematik (20 Prozent)
8. Ich erfülle meinem Kind einen Wunsch für gute Leistungen im Fach Mathematik (17 Prozent)
9. Ich besuche gemeinsam mit meinem Kind Ausstellungen zum Thema Mathematik (6 Prozent)
Mehrfachantworten möglich
Frage: „Wie versuchen Sie Ihrem Kind Spaß am Unterrichtsfach Mathematik zu vermitteln?“
n = 1.029 Eltern mit Schulkindern ab Klassenstufe 5 Quelle: Studie „Rechnen in Deutschland“
Für die Studie „Rechnen in Deutschland“ wurden im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe 1.370
Schüler aller Schulformen ab Klassenstufe Fünf, 1.057 Personen zwischen 18 und 65 Jahren und
1.029 Eltern mit schulpflichtigen Kindern bundesweit befragt.




