Stiftung Rechnen: Presse

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Jungen halten sich für die besseren Rechner

Ergebnis der Studie "Rechnen in Deutschland"

Hamburg, 3. September 2010. Mädchen und Mathe? Für viele Schüler scheint das nach wie vor ein Widerspruch zu sein. 32 Prozent der Jungen glauben, dass sie besser rechnen können als Mädchen. Auch die Rechenkompetenz des Vaters (82 Prozent) wird mehrheitlich von den Jungen besser eingeschätzt als die der Mutter (65 Prozent). Das ergab die repräsentative Studie „Rechnen in Deutschland“, die im Auftrag der Stiftung Rechnen (www.stiftungrechnen.de) und des Online-Lernsystems bettermarks von forsa durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen im Durchschnitt nur eine etwas schlechtere Mathe-Note (2.8) erzielen als Jungen (2.6). Gleichzeitig macht die Studie aber auch deutlich, dass ihre Mathekünste nicht nur vom Können abhängen, sondern vor allem von der Selbsteinschätzung beeinflusst werden. Jungen beurteilen ihre Mathekompetenzen grundsätzlich besser als Mädchen – sowohl in Geometrie (65 Prozent), Dreisatz (66 Prozent), Prozentrechnung (65 Prozent) oder Kopfrechnen (59 Prozent) bewerten Schüler ihre eigene Leistung häufiger mit den Noten gut oder sehr gut als Schülerinnen (im Vergleich: Geometrie: 58 Prozent; Dreisatz: 54 Prozent; Prozentrechnung: 49 Prozent; Kopfrechnen: 45 Prozent). Zudem teilen Jungen die Ansicht, dass eine gute Mathematiknote überdurchschnittlich wichtig für die berufliche Zukunft ist, während für Mädchen Mathe im Alltag einen höheren Stellenwert einnimmt.


 

 

 

„Die Unterschiede haben weniger mit Begabung als mit Vorurteilen und Rollenbildern zu tun“, erläutert Johannes Friedemann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Rechnen. „Mädchen und Mathe ist überhaupt kein Widerspruch. Wie unsere Studie zeigt, erzielen Mädchen ähnlich gute Mathenoten wie Jungen, sie sollten jedoch stärker in ihren Kompetenzen ermutigt werden.“ Obwohl 87 Prozent der Schülerinnen denken, dass Rechnen eine sehr wichtige Fähigkeit ist, belegt Mathe bei ihnen lediglich Rang 6 unter den beliebtesten Fächern. Hier setzt die Stiftung Rechnen an. „Mit unseren Projekten wollen wir die Hemmungen vor dem Fach nehmen und zeigen, dass der Umgang mit Zahlen genauso viel Freude machen kann, wie Lesen und Schreiben“, so Friedemann.

Für die Studie „Rechnen in Deutschland“ wurden im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe 1.370 Schüler aller Schulformen ab Klassenstufe Fünf, 1.057 Personen zwischen 18 und 65 Jahren und 1.029 Eltern mit schulpflichtigen Kindern bundesweit befragt.

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Grafik (jgp)